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Beschränkung von Isocyanaten in der Europäischen Union

Was bedeutet das für Polyurethan Klebstoffe?

Am 4. August 2020 wurde die neue REACH-Beschränkungsregelung für Diisocyanate (wie z.B. MDI) im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht (Verordnung 1907/2206).

Gemäß der Verordnung dürfen chemische Produkte wie z.B. Klebstoffe mit einem Anteil an monomerem Diisocyanat von ≥ 0,1% zukünftig nur verwendet werden, wenn die Mitarbeiter die in Kontakt mit dem Diisocyanat kommen können, sich einer Schulung unterzogen haben.

Ziel ist es, bei Verwendung von diisocyanatenhaltigen Produkten vereinzelt auftretende Sensibilisierungen und daraus resultierende Asthmafälle zu reduzieren bzw. diese zukünftig ganz zu vermeiden.

Was bedeutet die Beschränkung für Ihr Unternehmen und wie sieht der Zeitplan für die Implementierung aus?

Ihre Mitarbeiter müssen bis zum 24. August 2023 im sicheren Umgang mit diisocyanathaltigen Produkten geschult sein. Die Schulung kann durch einen Experten in Arbeitssicherheit oder mittels einer Online-Schulung durchgeführt werden. Der Arbeitgeber muss dabei anhand einer Prüfung dokumentieren, dass die Schulungen erfolgreich abgeschlossen wurden. Das entsprechende Zertifikat hat eine Gültigkeit von 5 Jahren, d.h. die Schulung muss mindestens alle 5 Jahre wiederholt werden.

Sind die Mitarbeiter geschult, können diisocyanathaltige Produkte auch weiterhin ohne weiteres verwendet werden.

Im Verband der Europäischen Kleb- und Dichstoffhersteller wird momentan intensiv an der Erstellung von Schulungsunterlagen für die Verwender von Kleb- oder Dichtstoffen gearbeitet. Diese werden voraussichtlich ab Februar 2022 zur Verfügung stehen, damit alle Verwender von diisocyanathaltigen Produkten rechtzeitig bis zum 24. August 2023 geschult und zertifiziert werden können. Wir werden Sie informieren sobald die Schulungsgunterlagen und weitere Details zu den Schulungen vorliegen

Darüber hinaus arbeitet unsere Entwicklungsabteilung ständig intensiv daran, Ihnen Produkte gemäß dem neuesten Stand der Technik bzgl. Performance, Qualität und Arbeitssicherheit zur Verfügung zu stellen. Dementsprechend enthalten unsere Polyurethan-Schmelzklebstoffe schon einen relativ geringen Anteil an monomerem Diisocyanat.

Für viele Applikationen und Prozessbedingungen existieren bereits Micro-Emission (ME)-Schmelzklebstoffe mit einem Gehalt an Diisocyanat (Restmonomergehalt) von weniger als  0,1 %, wodurch die Schulungspflicht entfällt und diese Produkte nicht als gefährlich zu kennzeichnen sind.

KLEIBERIT bietet einen völlig isocyanatfreien Hotmelt an!

Als neueste Entwicklung können wir Ihnen darüber hinaus unsere isocyanatfreien, reaktiven Schmelzklebstoffe zur Bemusterung zur Verfügung stellen. Diese enthalten gar kein monomeres Diisocyanat mehr, sind aber trotzdem vollwertige reaktive Schmelzklebstoffe.

Wir beraten Sie gerne zu den obigen ME-Produkten bzw. den isocyanatfreien Schmelzklebstoffen. Wenden Sie sich dazu bitte an den für Sie zuständigen Außendienstmitarbeiter.

Ihre Endkunden sind von der Gesetzesinitiative im Übrigen nicht betroffen, da Polyurethan-Produkte nach der vollständigen Vernetzung keinerlei monomeres Diisocyanat mehr enthalten.

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie noch weitere Fragen zur Beschränkung von Diisocyanaten unter REACH haben.

 

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Telefonisch erreichen Sie uns unter:

+49 (0) 72 44 62-0

 

Lesen Sie auch das Info-Blatt des FEICA-Verbands!

Der FEICA-Verband vertritt die europäische Dicht- und Klebstoffindustrie.

https://www.feica.eu/